Sport-Muskulatur

Muskulatur – Versorgung der Muskeln

Muskulatur – der Motor der Bewegung

Hallo,

wer den Artikel über „Fit und fröhlich – Hormone…“ noch nicht gelesen hat sollte wissen, dass wir in der Sportabteilung einfach Du sagen.
Das ist unter den Sportlern so üblich.

ATP (Adenosintriphosphat) ist eine chemische Substanz die im Muskel in mechanische Energie und Wärmeenergie umgewandelt wird. Bei diesem Prozess sind enzymatische und strukturelle Elemente beteiligt. ATP besteht aus stickstoffhaltigem Adenin, Ribose (Zucker) und 3 Molekülen Phosphat. ATP ist sozusagen der Treibstoff für den Muskel.

Hergestellt wird ATP in den Mitochondrien welche auch als Kraftwerke der Zellen bezeichnet werden. Zur ATP Produktion werden Proteine, Fette und Kohlenhydrate verwendet. Doch bis die zugeführte Nahrung zur ATP Gewinnung aufgeschlossen ist sind einige Schritte notwendig. Bspw. müssen Proteine (Eiweiße) in Ihre Kleinstbestandteile aufgebrochen werden, -die Aminosäuren.

Im Ablauf der mitochondrialen Atmungskette wird über Verbrennung keine Hitze gespeichert, sondern das kostbare und energiereiche ATP produziert. ATP wird für einige Arbeiten im Körper verbraucht und dazu zählt auch die Muskelkontraktion.

Die Funktion der Mitochondrien ist für die Bereitstellung der Energie sehr wichtig. Gerade im Leistungssport versucht man die ATP-Gewinnung zu optimieren. Stell Dir vor Du läufst einen Marathon. Während Deine ATP Produktion bis ins Ziel wie geschmiert läuft fallen die Mitstreiter nach 38 km in ein Energieloch (weil sich der Energiestoffwechsel auf Fettverbrennung umstellt = langsame ATP-Gewinnung).

Das Rennen wird zu Deinen Gunsten entschieden. Es ist wichtig die Voraussetzungen für eine ausreichende ATP Bereitstellung während der gesamten Leistungszeit aufrecht zu erhalten. Alles dreht sich um Energie. Nahrungsergänzung die schnell in Zucker umgewandelt wird bringt schnelle Energie aber auch ein mögliches Insulinproblem. Wird die zugeführte Nahrungsergänzung hingegen zu langsam verstoffwechselt bleibt der Energieschub aus. Was tun?

Aminosäuren

Es gibt eine ganze Reihe von Stoffen die der Muskel und seine Kraftwerke (Mitochondrien) brauchen.

Aminosäuren:

Aminosäuren sind Kleinstteile von Proteinen. Man unterscheidet Aminosäuren in unterschiedliche Gruppen (basische-, saure-, aromatische-, aliphatische-, amidierte-, hydroxylierte Aminosäureketten). Mann kann grundsätzlich zwei Gruppen von Aminosäuren unterscheiden.
Essentiellen Aminosäuren sind lebensnotwendig aber vom Körper selbst nicht herstellbar.
Nicht essentielle Aminosäuren werden über die Nahrung aufgenommen und können vom Körper selbst hergestellt werden.

Prof. Dr. Moretti wurde durch die Forschung über Aminosäuren bekannt.

Er forschte an der optimalen Sequenz von Aminosäuren für den Menschen.
Das Ergebnis war eine auf den Muskelstoffwechsel passende Aminosäuremischung mit einer einzigartigen Stickstoffbilanz.
Dabei wurde auch der tägliche Bedarf an Aminosäuren ermittelt.
Es wurden Studien mit Sportlern und Menschen unter Diät durchgeführt. Dabei hat man die Wirkung der Aminosäuren auf die Muskulatur beobachtet. Genau genommen lag der Schwerpunkt auf dem Protein – Metabolismus. Die ermittelte Aminosäuresequenz war optimal.
Die Stickstofflast ist gering, wenn Aminosäuren anabol verstoffwechselt werden. Hingegen fällt bei einer katabolen Verstoffwechslung eine hohe Stickstofflast an.
Die Aminosäuremischung nach Prof. Dr. med. Moretti erzeugt eine Stickstofflast von nur 1%!

Bsp.:

Auf Deinem Mittagsteller sind 100 gr. Soja. Davon kannst Du ca. 20% zur direkten Energieversorgung für Proteinsynthese nutzen und ca. 80% werden unter Stickstofflast abgebaut.
Beim Verzehr von Fleisch ist der Nutzen zur direkten Energiegewinnung etwas besser.
Jedoch fällt auch hier eine sehr hohe Stickstofflast an. Bei diesen beiden Beispielen bleiben die möglichen Problematiken beim Verzehr von größeren Mengen an Soja und Fleisch außen vor.

Führst Du die richtigen L-Aminosäuren zu, bedeutet das auch eine schnelle und reibungslose Proteinsynthese.

Bei den Aminosäuren empfehle ich Dir L-Aminosäuren statt eines Razemat aus D- und L- Aminosäuren. Hochwertige Produkte sind in der Regel etwas teurer, doch der Effekt ist gut.

Elektrolyte – Mineralien und Spurenelemente

Elektrolyte:

Aus der Schule kennst Du vielleicht noch die Natrium–Kalium-ATPase.

Mit Hilfe eines Moleküls ATP können zwei K+ Ionen in die Zelle und drei Na+ Ionen aus der Zelle transportiert werden (entgegen des Konzentrationsgefälles / und Ruhemembranpotentials). Der aktive Transport ist zur Versorgung von Nerven – und Muskelzellen notwendig.

Das Aktionspotential an der Zelle ist abhängig vom Mengenverhältnis der Elektrolyte (bspw. Salze in Form von elektrisch geladenen Teilchen (Ionen)). Die elektrische Ladung ermöglicht das Wandern der Teilchen. Positiv geladene Teilchen (Kationen) wandern zum Minuspol, negativ geladene Teilchen (Anionen) wandern zum Pluspol.

Man spricht von einem Raum außerhalb der Zelle (extrazellulär) und einem Raum in der Zelle (intrazellulär). Mengenmäßig kommt Kochsalz am häufigsten vor. Sie besteht aus einem Natrium Ion (Na+) und einem negativ geladenen Chlor Ion (Cl-). Es sind ca. 9 g pro Liter gelöst. NaCl dominiert im extrazellulären Raum. In geringerer Konzentration kommen Kationen und Anionen vor. Das sind Kalium K+, Calcium Ca2+, Magnesium Mg2+ und Bicarbonat -3. Im Zellinnern liegt mengenmäßig Kalium K+ am häufigsten vor.

Sicherlich hast Du vom Thema „Entsäuerung“ schon mal etwas gehört. Säurevalenzen können in höheren Mengen im Gewebe gefunden werden. Das Blut hingegen wird vom Körper immer im optimalen pH-Wert (ca. pH 7,4) gehalten, ansonsten wird es gefährlich. Wenn Du jetzt erfolgreich Elektrolyte zuführen möchtest gibt es ein paar sehr wichtige Kriterien. Wir machen das am Beispiel Magnesium fest.

Magnesium an Carbonat gebunden kann nicht gut resorbiert werden.

Deshalb nennt man es auch Stuhlgang Ion. Ab ca. 250mg pro Tag macht es den Stuhlgang dünner. Magnesium kann in dieser Menge abführend wirken.
Soll Magnesium in das Zellinnere gelangen eignet sich Magnesiumcitrat besser.
Mit geeigneten Elektrolyten lässt sich die Spannung an der Zellmembran verbessern.

Einige Beispiele wie Magnesium vorliegen kann:

Magnesiumbisglycinat, Magnesiummalat, Magnesiumorotat, Magnesiumascorbat, Magnesiumcitrat, Magnesiumgluconat, Magnesiumsalze aus Zitronensäure und Orthophosphorsäure.

Ich empfehle Dir vor dem Sport mit Magnesium sparsam umzugehen. Nach dem Sport darf der Verzehr schon etwas großzügiger sein. Immer ausreichend Wasser trinken sobald Du Elektrolyte zuführst!

Vielleicht hast Du Dir schon mal Urosticks gekauft um den pH-Wert des Urins zu messen.
Da die meisten Menschen übersäuert sind wird nach der Messung ein Präparat zur Säurepufferung gekauft. Oftmals sind Mineralstoffe an Carbonate gebunden (bspw. Magnesiumcarbonat). Nach ein paar Tagen der Einnahme kommt die Kontrollmessung. In der Regel wird der Urin pH-Wert jetzt basisch (Messmethode nach Sanders). Das nenne ich eine kosmetische Beeinflussung.

Wie wahrscheinlich ist es wohl auf diese Weise den tatsächlichen Säure-Basen Haushalt zu messen? Sicherlich ist es eine Möglichkeit den pH-Wert zu erfassen. Doch um eine tiefere Einsicht in das Zellinnere zu nehmen brauchst Du ein gutes Labor mit einer geeignete Messmethode. Zudem geht es nicht nur um die Absicht eine Basenflut zu erzeugen sondern den gesunde Rhythmus zwischen Säure- und Basenfluten herzustellen.

Gerade bei Sportler die zu Krämpfen neigen wird das gemessene pH-Ergebnis mit der Urinmessmethode vermutlich nicht zum gewünschten Erfolg führen. Ursache dafür kann eine “falsch positiv” Messung sein.

Alternativ kannst Du auch wie folgt vorgehen.
Versucht man die Muskelkrampfneigung mit Mg+ zu beeinflussen sollte übereinen längeren Zeitraum (min. 3 Monate) bspw. Magnesiumcitrat eingenommen werden. Weil Magnesiumcitrat in die Zelle hineingelangen kann. Idealerweise kommt ein Elektrolyt-Kombipräparat zum Einsatz.

Fotoquelle: Fotolia, Adobe Stock; 7activestudio

 

Muskelkrämpfe

Ursachen für Krämpfe (häufigste Selbstdiagnose – Magnesiummangel):

  • Überbelastung der Muskulatur
    Du hast einfach zu viel von Dir verlangt. Möglicherweise hast Du keine Trainingspausen oder Deine Regeneration funktioniert nicht optimal. In der Regel gilt, je älter Du bist desto länger dauert die Regenerationsphase.
  • Unter Belastung
    Elektrolytstörung durch möglichen Magnesiummangel, vielleicht durch starkes schwitzen
  • in Ruhe
    Elektrolytstörung durch möglichen Calciummangel, vielleicht durch starkes schwitzen
  • Orthopädisches Problem
    Fehlstellung
  • Durchblutungssituation ungünstig
    mögliche Störung in den Endstrombahnen (Kapillarsystem)
  • Alkoholkonsum
    Vorsicht mit Alkohol! Seine dehydrierende Wirkung könnte Deine Leistung beeinträchtigen.
  • Abgesehen davon hemmt Alkohol die Ausschüttung vom antidiuretischen Hormon. Dadurch
  • wird die Rückresorption von Wasser in den Nieren beeinträchtigt.
  • Folglich verlierst Du Flüssigkeit durch vermehrtes Wasserlassen. Kompensation durch trinken.
  • Hyperventilation
    übermäßiges abatmen von CO2 führt zu respiratorischer Alkalose. Kompensatorisch bildet der Körper aus Bikarbonat und H+ Ionen Kohlensäure. Nun fehlen die H+ Ionen am Albumin (Eiweiß). Stellvertretend binden sich die Kalzium Ionen am Albumin.
  • Die Folge ist eine Aktivierung von Natrium-Ionenkanäle an der Plasmamembran der Muskelzelle. Muskelkrämpfe bei übermäßigem atmen führt also zur Hypokalzämie (erniedrigter Kalziumspiegel)

Natürlich sind auch Stoffwechselstörungen wie Diabetes eine mögliche Ursache. Abgesehen von den Beispielen sind die Ursachen teilweise auch noch unklar.

Es gibt unterschiedliche Ansätze zur Vermeidung von Muskelkrämpfen.

Es wird mit derzeit mit Kälteanwendungen gegen Krämpfe experimentiert.

Alkoholverzicht kann hilfreich sein.
Auf jeden Fall empfehle ich am Abend vor dem sportlichen Ereignis den Alkohol gegen Wasser einzutauschen. Alkohol hat auf unser biologisches System einen großen Einfluss. Wird bspw. am Abend vor der Blutentnahme Alkohol getrunken, können dadurch Blutwerte verändert werden.

Ist der Krampf erst mal da hilft Wärme ganz gut. Das Auflegen von warmen Kompressen, passives dehnen der Muskulatur, hochlagern der Beine sind bekannte Hausmittel.

Nach dem Sport empfehle ich Elektrolyte für den Pischinger Raum (das ist der Raum zwischen den Muskelzellen). Die sogenannte Basenflut kann den Muskelkater reduzieren. Sportler nutzen die „Basenflut“ teilweise auch bei Muskelschmerzen. Hier werden Elektrolyte mit Carbonat Bindung verwendet. Elektrolyte an Citrat gebunden erreichen hingegen das Zellinnere besser. Eine Elektrolyt-Citrat-Kur sollte über einen längeren Zeitraum (ca. 3 Monate) durchgeführt werden. Das kann für eine gesunde Elektrolytsituation in der Zelle hilfreich sein.
Muskelzellen brauchen zum optimalen Arbeiten ein gutes Milieu.

Menschen in therapeutischer Behandlung sollten den Verzehr von Nahrungsergänzungsmitteln mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker absprechen.


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